Roboter zwischen zwei Menschen sitzend

Soll ich meine Bewerbung mit KI erstellen?

Bewerbung mit KI erstellen – das klingt schnell und einfach. Aber funktioniert das wirklich für den beruflichen Erfolg? Für viele klingt das nach einer bequemen Abkürzung. Prompt eingeben, Lebenslauf hochladen – und schon kommt ein perfekt formulierter Text heraus. Doch so einfach ist es nicht. Und in vielen Fällen schadet eine KI-Bewerbung mehr, als sie nützt.

Bewerbung mit KI erstellen - Ein Roboter sitz neben anderen Bewerbern auf einem Stuhl und wartet

Warum KI-Bewerbungen so verführerisch wirken

Tools wie ChatGPT können heute beeindruckend flüssig und fehlerfrei schreiben. Viele BewerberInnen erhoffen sich dadurch:

  • weniger Aufwand,
  • professionellere Formulierungen,
  • ein “perfekteres” Anschreiben,
  • Vorteile im Vergleich zu anderen Bewerbern.

Doch genau diese Perfektheit wird zunehmend zum Problem.

Warum Recruiter KI-Bewerbungen sofort erkennen

Für HR-Profis sind KI-Texte erkennbar. Nicht wegen schlechter Qualität – sondern wegen Gleichförmigkeit. Die Bewerbungen wirken austauschbar, steril, ohne Persönlichkeit.

  • immer gleiche Satzstrukturen,
  • übertriebene Floskeln,
  • fehlende individuelle Beispiele,
  • unnatürliche Höflichkeitsstufen,
  • übertrieben positive Selbstdarstellung.

Für echte Resonanz reicht das nicht.

Das eigentliche Problem: KI kennt Sie nicht

Eine gute Bewerbung ist keine Stilübung. Sie ist eine Übersetzung einer Persönlichkeit in berufliche Sprache. KI kann das nur bedingt – weil sie weder Ihre Motive noch Ihren Weg kennt. Sie kann nur kombinieren, was sie gelernt hat.

Deshalb wirkt vieles übertrieben, unrealistisch oder unpassend.

Wie KI Ihre Bewerbung trotzdem verbessern kann

Eine Bewerbung mit KI erstellen ist nicht das Problem. Der Fehler ist, sie ungefiltert schreiben zu lassen. Richtig eingesetzt kann sie enorm helfen:

  • Formulierungen verfeinern
  • Rechtschreibung korrigieren
  • Bullet Points strukturieren
  • auf Klarheit prüfen
  • Synonyme finden

Doch die inhaltliche Grundlage muss von Ihnen kommen.

So nutzen Sie KI sinnvoll – ohne Authentizität zu verlieren

  • Schreiben Sie den ersten Entwurf selbst.
  • Lassen Sie KI nur optimieren, nicht erfinden.
  • Erzählen Sie echte Beispiele aus Ihrem Berufsleben.
  • Prüfen Sie jede Formulierung auf Glaubwürdigkeit.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Stil erhalten bleibt.

Damit bleibt Ihre Bewerbung authentisch – und hebt sich positiv ab.

KI als Werkzeug – aber die Persönlichkeit bleibt entscheidend

Viele Bewerber verlassen sich mittlerweile komplett auf Tools wie ChatGPT, Bing CoPilot oder Claude. Sie geben ein paar Stichworte ein – und nach wenigen Sekunden steht der „perfekte“ Text. Glänzende Formulierungen, keine Rechtschreibfehler, sauber strukturiert. Klingt gut – aber genau das ist das Problem.

Wenn jede Bewerbung gleich klingt, geht das Wichtigste verloren: Ihre Einzigartigkeit

Recruiter erkennen sofort, wenn ein Text zu glatt wirkt oder wenn Formulierungen nach generischem KI-Sprech klingen. Und genau dann stellt sich die Frage:

Wenn schon die Bewerbung austauschbar ist – wie individuell ist dann der Mensch dahinter?

KI kann keinen roten Faden im Lebenslauf schaffen, wo keiner ist. Sie kann keine Motivation erklären, die nicht reflektiert wurde. Und sie kann keine persönliche Haltung ausdrücken – nur simulieren.

Was Bewerber brauchen, ist nicht Perfektion – sondern Persönlichkeit.

Deshalb ist der sinnvollste Einsatz von KI:

  • Struktur schaffen
  • Formulierungen inspirieren
  • Ideen ordnen
  • blinde Flecken sichtbar machen

Die finale Botschaft muss aber vom Bewerber selbst kommen – nicht vom Tool. Aus Sicht von HR ist eine Bewerbung ein Türöffner: eine Einladung zum Gespräch, nicht ein Produkt aus dem Maschinenraum.

Unternehmen suchen nicht die perfekteste Fassade, sondern die passendste Person. Genau deshalb werden Bewerber, die glaubwürdig wirken und ihre Geschichte wirklich erzählen können, weiterhin klar im Vorteil sein.

Wer KI als Unterstützung nutzt – statt als Ersatz –, hat die Nase vorn.

Fazit: KI ist ein Werkzeug – keine Abkürzung

Künstliche Intelligenz kann Ihnen helfen, klarer und sauberer zu formulieren. Aber sie ersetzt nicht Ihre Persönlichkeit – und im Recruiting ist diese entscheidend. Wer KI bewusst einsetzt, wirkt professionell. Wer sie unreflektiert nutzen lässt, wirkt austauschbar.

Möchten Sie Ihre Bewerbung so entwickeln, dass sie wirklich Resonanz erzeugt?

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Ergänzugsartikel: Auch bei der Arbeitsagentur gibt es einen Artikel zu diesem Thema.


Hans-Jürgen Waider
Hans-Jürgen Waider

Hans-Jürgen Waider ist Inhaber von WAIDER Consulting und seit vielen Jahren in der Personalberatung tätig.

Sein Schwerpunkt liegt auf Recruiting, Karriereberatung und dem professionellen Quereinstieg – insbesondere in beratungs- und vertriebsnahen Rollen.

Er verbindet praktische Erfahrung aus hunderten Besetzungen mit einer klaren, ehrlichen Beratung für Unternehmen und Kandidaten.

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