3 Englische Telefonzellen in SW

Auf den Blickwinkel kommt es an – Tipps für ein Telefoninterview

Tipps Telefoninterview: Telefoninterviews sind heute ein fester Bestandteil vieler Bewerbungsprozesse. Für Unternehmen sind sie ein schneller Realitätstest: Passt die Person grundsätzlich? Lohnt sich ein persönliches Gespräch? Für Bewerberinnen und Bewerber sind sie Chance und Stressfaktor zugleich. Viele Bewerber suchen „Tipps Telefoninterview“, weil genau diese erste Gesprächssituation oft über die nächste Runde entscheidet.

Ob ein Telefoninterview gut läuft, hängt weniger von der perfekten Formulierung ab – sondern vom Blickwinkel: Wie sehen Sie das Gespräch? Als Prüfung, als notwendiges Übel oder als ersten gemeinsamen Abgleich auf Augenhöhe?

Tipps Telefoninterview - Englische Telefonzellen als Symbolbild

1. Perspektivwechsel: Vom „Verhör“ zum Gespräch auf Augenhöhe

Viele Bewerber gehen mit dem Gefühl ins Telefoninterview: „Ich muss überzeugen, sonst bin ich raus.“ Dieses Denken erhöht den Druck – und sorgt oft dafür, dass Antworten gekünstelt, glatt oder zu vorsichtig wirken.

Hilfreicher ist ein anderer Blickwinkel:

  • Auch das Unternehmen bewirbt sich – um Ihre Zeit, Kompetenz und Energie.
  • Das Telefonat ist ein gegenseitiger Check: Passen Aufgabe, Kultur, Rahmenbedingungen zu Ihnen?
  • Sie dürfen nachfragen, abwägen und auch Grenzen benennen.

Wenn Sie das Gespräch als gemeinsamen Abgleich verstehen, wirkt Ihre Kommunikation meist entspannter, klarer und authentischer.

2. Tipps Telefoninterview: Die Basics, die oft unterschätzt werden

Ein Telefoninterview ist kürzer und fokussierter als ein klassisches Bewerbungsgespräch. Umso wichtiger ist eine gute Vorbereitung – organisatorisch und inhaltlich.

Checkliste vor dem Gespräch:

  • Ruhe & Umgebung: Ruhiger Raum, kein Straßenlärm, kein Supermarktparkplatz.
  • Technik: Akku geladen, Empfang geprüft, ggf. Headset nutzen.
  • Unterlagen: Lebenslauf, Stellenanzeige, Notizen und Fragen ausgedruckt oder gut sichtbar auf dem Bildschirm.
  • Stift & Papier: Für Stichworte während des Gesprächs.
  • Zeitpuffer: Vorher 10–15 Minuten ankommen, nicht aus einem anderen Termin „hineinstolpern“.

So simpel das klingt: Viele Telefoninterviews scheitern an genau diesen Basics – und nicht an der fachlichen Eignung.

3. Innere Haltung: Wie Sie am Telefon wirken, ohne gesehen zu werden

Am Telefon zählt Ihre Stimme als zentrales Transportmittel – Mimik und Gestik sind nur indirekt spürbar. Ihre innere Haltung hört man. Deshalb lohnt es sich, kurz vor dem Gespräch bewusst umzuschalten.

  • Aufrecht hinsetzen oder stehen: Das öffnet Stimme und Atmung.
  • Lächeln: Man hört es – auch ohne Kamera.
  • Klarer Startsatz überlegen: „Guten Tag, hier ist …, vielen Dank für Ihren Anruf.“
  • Tempo im Blick behalten: Viele sprechen am Telefon zu schnell – besonders bei Nervosität.

Ziel ist keine künstliche Freundlichkeit, sondern eine klare, zugewandte Gesprächshaltung.

4. Tipps Telefoninterview – Typische Fragen – und gute Antworten

Telefoninterviews folgen oft einem ähnlichen Muster. Sie müssen keine auswendig gelernten Sätze liefern – aber ein klares Gerüst hilft.

  • „Stellen Sie sich kurz vor.“
    Maximal 1–2 Minuten: Wer sind Sie beruflich? Was machen Sie aktuell? Welche Richtung verfolgt Ihre Bewerbung?
  • „Warum interessieren Sie sich für diese Position?“
    Verknüpfen Sie Ihre Erfahrung und Motive mit konkreten Aspekten der Stelle.
  • „Warum möchten Sie wechseln?“
    Ehrlich, aber professionell bleiben – weg von Lästern, hin zu „Wohin möchte ich mich entwickeln?“
  • „Welche Rahmenbedingungen sind Ihnen wichtig?“
    Arbeitszeit, Standort, Entwicklung – klar, aber nicht starr kommunizieren.

Hilfreich ist, wenn Sie Beispiele parat haben: Situationen, in denen Sie Verantwortung übernommen, Probleme gelöst oder mit schwierigen Konstellationen gearbeitet haben.

5. Fragen, die Sie selbst stellen sollten

Auch Ihre Fragen sagen viel darüber aus, wie Sie denken – und wie ernst Sie die Position nehmen. Vermeiden Sie rein oberflächliche oder ausschließlich finanzielle Fragen am Anfang.

Mögliche sinnvolle Fragen:

  • „Wie sieht der Alltag in dieser Position in 6–12 Monaten idealerweise aus?“
  • „Welche Erwartungen sind in den ersten Monaten besonders wichtig?“
  • „Wie ist das Team aufgestellt, mit dem ich zusammenarbeiten würde?“
  • „Wie definieren Sie Erfolg in dieser Rolle?“
  • „Wie geht es nach diesem Telefonat typischerweise weiter?“

Damit signalisieren Sie: Sie denken in Aufgaben, Verantwortung und Zusammenarbeit – nicht nur in Jobtitel und Gehalt.

6. Häufige Fehler im Telefoninterview – und wie Sie sie vermeiden

  • Nebenbei-Aktivitäten: Autofahren, Einkaufen oder Kochen während des Gesprächs – das hört man.
  • Monologe: Minutenlange Antworten ohne Punkt und Komma – bauen Sie kurze Sätze und Pausen ein.
  • Gegenangriff: Gereizt reagieren, wenn kritische Fragen kommen – besser: nachfragen, einordnen, ruhig bleiben.
  • Keine eigenen Fragen: Wer nichts wissen will, signalisiert oft Desinteresse.
  • Unklare Verfügbarkeit: Vage Aussagen zu Einstiegstermin oder Arbeitszeit statt konkreter Bandbreiten.

Fast alle diese Fehler haben mit Haltung und Vorbereitung zu tun – nicht mit fehlender Kompetenz.

7. Nach dem Gespräch: Reflexion statt Grübelspirale

Nach dem Auflegen beginnt bei vielen der innere Film: „Das hätte ich anders sagen sollen“, „Warum habe ich dieses Beispiel nicht genannt?“

Hilfreicher ist eine kurze, sachliche Reflexion:

  • Was ist gut gelaufen?
  • Wo waren Sie unsicher – und warum?
  • Welche Informationen fehlen Ihnen noch?
  • Was können Sie beim nächsten Gespräch konkret anders machen?

Wenn das Gespräch stimmig war, können Sie sich – je nach Kontext – mit einer kurzen, wertschätzenden Mail bedanken und Ihre Motivation noch einmal knapp unterstreichen. Am Ende zeigt sich immer wieder: Die besten Ergebnisse erzielen Bewerber, die ein paar grundlegende Tipps Telefoninterview beherzigen.

Fazit: Der Blickwinkel entscheidet über Ihre Wirkung

Ein Telefoninterview ist kein vollwertiges Assessment – aber oft die entscheidende Weiche im Bewerbungsprozess. Wer vorbereitet ist, klar kommuniziert und das Gespräch als Austausch auf Augenhöhe versteht, hat deutlich bessere Chancen auf die nächste Runde.

Wenn Sie Ihre Gesprächsstrategie für Telefon- oder Videointerviews schärfen möchten, lohnt sich ein gezieltes Sparring.

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Auf das Arbeitgeber-Bewertungsportal kununu.com hat sich in diesem Artikel mit dem Thema Telefoninterview beschäftigt.


Hans-Jürgen Waider
Hans-Jürgen Waider

Hans-Jürgen Waider ist Inhaber von WAIDER Consulting und seit vielen Jahren in der Personalberatung tätig.

Sein Schwerpunkt liegt auf Recruiting, Karriereberatung und dem professionellen Quereinstieg – insbesondere in beratungs- und vertriebsnahen Rollen.

Er verbindet praktische Erfahrung aus hunderten Besetzungen mit einer klaren, ehrlichen Beratung für Unternehmen und Kandidaten.

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